Was ist Dummytraining?

Auch Retriever sind Jagdhunde!

 

Viele Leute haben einen Retriever weil sie ein hervorragendes Wesen haben und angenehme Familienhunde sind. Aber sie brauchen auch eine artgerechte Beschäftigung, denn es sind Jagdhunde!

Die Hunde werden überwiegend für die Arbeit nach dem Schuss: Apportieren,Schleppe und Schweißarbeit eingesetzt.

Zu den Arbeiten nach dem Schuss gehört neben dem Apportieren von Wasserwild auch das Suchen und Apportieren von Hase oder Kaninchen. Der Jagdhund wird immer dann zum sogenannten „Verlorensuchen“ und „Bringen“ eingesetzt, wenn das geschossene Wild nicht mehr gesehen wird oder  für den Jäger in unerreichbarem Gelände liegt.

Die "Königsdisziplin" ist das Einweisen, Voran, Abstoppen, rechts, links schicken und dem Hund mit einem bestimmten Pfiff zum suchen aufzufordern.

 

Ein weiterer bedeutender Einsatzbereich des Jagdhundes ist die sogenannte Schweißarbeit. Diese Aufgabe des Jagdhundes ist hier die Verfolgung der mit Schweiß - so nennt der Jäger das Blut von Wildtieren - versehenen Spur des verletzen Wildes , um das verletze Tier zu finden und dem Jäger zu bringen.

 

Retriever sind aber auch für die Arbeit vor dem Schuss: Suchen, Buschieren und Stöbern, sehr gut einsetzbar.

Bei der Suche arbeitet der Hund in der Regel mit Sichtkontakt zum Jäger in nicht sehr weiter Entfernung zu ihm. Der Hund sucht dabei eine zugewiesene Fläche systematisch und planmäßig ab. Eine weitere Arbeit vor dem Schuss ist das Buschieren. Beim Buschieren sucht der Hund vor dem Jäger im Abstand von rund 30 Metern, der sogenannten Flintenschussentfernung. Diese Art des Jagens mit dem Hund wird im Wald oder auf dem Feld praktiziert. Der Hund soll dabei ebenso wie bei der Suche planmäßig vorgehen und sich leicht, ohne viele Kommandos lenken lassen.

Ebenfalls im Wald, aber auch im Schilf wird der Jagdhund zum Stöbern eingesetzt. Die Aufgabe des Jagdhundes ist es hier, ein Stück Wald/Schilf selbstständig nach Wild zu durchsuchen.

 Um den Retriever sinnvoll zu beschäftigen und Geistig auszulasten, auch wenn er nicht jagdlich geführt wird, gibt es das sogenannte Dummytraining.

 

Beim Dummytraining werden Hunde im Gelände zum Apportieren  ausgebildet.

 

Damit bei der Hundeausbildung auf totes oder gar lebendes Wild verzichtet werden kann wird mit  Dummys gearbeitet. Diese bestehen meist aus Segeltuch- bzw. Canvasstoff-Säckchen, die mit Kunststoffgranulat gefüllt sind.

In der Zwischenzeit hat sich diese spezielle Art der Ausbildung zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt, die zwar immer noch den Grundgedanken der Jagdausbildung verfolgt, aber von vielen aus rein sportlichen Gesichtspunkten betrieben wird. Durch wechselndes Gelände und unterschiedlichste Apportieraufgaben ist dies eine sehr anspruchsvolle, interessante und abwechslungsreiche Arbeit für den Hund, die ihn körperlich und geistig fordert. Das gute Zusammenspiel zwischen Hundeführer und Hund sind die Basis jeder erfolgreichen Dummyarbeit.

Die gesamte Dummyarbeit baut auf den drei Grundpfeilern Markieren, Suchen und Einweisen auf.

Menschen mit Prüfungsambitionen, können mit ihrem ausgebildeten Retriever an Dummyprüfungen und an Workingtests teilnehmen.

 Diese Tests dienen auch als Vorbereitung für den jagdlichen Einsatz. Es gibt keine speziellen Prüfungsordnungen dafür, vielmehr werden Jagdsituationen nachgestellt. Je nach Beschaffenheit des Geländes, gestaltet der Richter die Aufgaben selbst, was vom Hund einiges an Können und Flexibilität verlangt.

 

Steadiness/Standruhe
Der Hund soll ruhig und konzentriert neben seinem Hundeführer warten, während Dummys geworfen werden.
Er soll nicht fiepen oder winseln und nicht ohne Aufforderung loslaufen (das nennt man “einspringen”).

Markieren
Der Hund soll sich die Flugbahn des Dummys und die Fallstelle(n) merken, möglichst schnell in gerader Linie in das Fallgebiet laufen, das Dummy aufnehmen und bringen. Findet er es nicht sofort, soll er selbständig im Fallgebiet suchen.

Einweisen
Wenn der Hund nicht die Möglichkeit zum Markieren hatte, der Hundeführer aber den Bereich kennt, in dem sich das Dummy befindet, muss er seinen Hund einweisen. Mit Hilfe der Stimme oder Pfeife und Handzeichen dirigiert er den Hund direkt ins Fallgebiet (voran, rechts/links, zurück ), wo dieser dann auf Kommando suchen muss.

Verlorensuche
Bei der Verlorensuche wird der Hund in ein bestimmtes Gebiet geschickt, welches er systematisch, konzentriert und selbstständig absuchen soll. In diesem Gebiet liegen ein oder mehrere Dummys, deren Auslegen er nicht beobachten konnte.